Die beiden absolvierten die fünf Module, die in Trier und Mainz stattfanden. Als neue Trainer können Patrick Kreer und Volker Leiberger die Schulung nun in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung der Stiftung Scheuern durchführen und ihr Wissen an andere weitergeben. Ziel ist es, Menschen zu stärken, Gewalt vorzubeugen und konkrete Hilfewege bekannt zu machen. Die Schulung von Menschen in der WfbM ist ein Baustein in der Umsetzung des Gewaltschutzkonzepts der Stiftung Scheuern (siehe auch den Bericht über den Betreuerfachtag 2025).
In der Schulung geht es um Fragen, die viele Menschen im Alltag beschäftigen: Was kann ich tun, wenn jemand meine Grenze überschreitet? Wie sage ich deutlich "Nein" oder "STOP"? Und an wen kann ich mich wenden, wenn ich Gewalt erlebe oder beobachte?
Entwickelt wurde "Gemeinsam stark" von den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn und der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstatträte Rheinland-Pfalz. Das Besondere: Die Schulung wurde nicht nur für Menschen mit Behinderung entwickelt, sondern gemeinsam mit ihnen. Werkstattbeschäftigte und Fachkräfte haben die Inhalte zusammen erarbeitet, erprobt und weiterentwickelt.
Auch die Umsetzung ist inklusiv angelegt. Die Schulungen werden von Trainer-Tandems durchgeführt. Dabei arbeiten Menschen mit Behinderung und Mitarbeitende gemeinsam als Trainerinnen und Trainer. Beide bringen ihre Erfahrungen ein und leiten die Schulung partnerschaftlich.
"Gewaltschutz funktioniert dann gut, wenn Menschen wissen: Meine Grenze zählt. Ich darf Nein sagen. Ich darf Hilfe holen. Und ich bin nicht allein", sagt Jana Müller von den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn. "Mit ‚Gemeinsam stark‘ bringen wir dieses Wissen direkt in die Werkstätten - verständlich, inklusiv und nah am Alltag der Menschen."
Die Schulungsreihe besteht aus fünf Modulen. Darin geht es unter anderem darum, Gewalt zu erkennen, Hilfe zu finden, sich im Internet zu schützen und im Alltag selbstbewusst für die eigenen Grenzen einzustehen. Gearbeitet wird mit Bildern, Filmen, Übungen, Gesprächen und praktischen Beispielen.
Mit der Zertifizierung der ersten Trainer-Tandems ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Das Wissen aus dem Projekt wird nun in die Werkstätten in Rheinland-Pfalz weitergetragen. Dort soll es langfristig dazu beitragen, eine Kultur des Hinschauens, Handelns und Unterstützens zu fördern. Insgesamt wurden mehr als 60 Trainerinnen und Trainer aus Werkstätten für behinderte Menschen in Rheinland-Pfalz ausgebildet.
Bereits für Anfang 2027 ist eine weitere Ausbildungsrunde geplant. So sollen noch mehr Werkstätten die Möglichkeit erhalten, "Gemeinsam stark" vor Ort umzusetzen.
Die allgemeinen Angaben zur Fortbildung stammen aus einer Pressemitteilung der Caritaswerkstätten Westerwald-Rhein-Lahn, die veröffentlicht wurde unter www.cw-wwrl.de/service/presse/presse/gemeinsam-stark-ueber-60-trainerinnen-und-trainer-fuer-gewaltschutz-in-werkstaetten-zertifiziert-a50
