Zeichnung von Spiel- und Balancier-Geräten für Kinder und Erwachsene im Mühlbachpark.
»Gemeinsam zum Ziel mit starken Partnern.«
Projekte + Förderer

Projekte + Förderer

Gemeinsam sind wir stark. Manche Dinge kann ein Mensch oder eine Organisation allein nicht stemmen. Zusammen geht es.

Deshalb stellen wir auf dieser Seite unsere großen Projekte vor. Wir zeigen Ihnen die Menschen, die helfenden Hände und die Förderer, mit denen wir gemeinsam tolle Angebote und Lösungen schaffen. 

Fit für die Zukunft: dem Klimawandel begegnen

Wir möchten die Stiftung lebenswerter gestalten und weniger anfällig machen für die Auswirkungen des Klimawandels. Dazu erstellt die Stiftung derzeit ein Klimaanpassungskonzept. Ziel des Projekts ist es, das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter:innen zu verbessern und besonders zu schützende (vulnerable) Personengruppen vor den Auswirkungen der Klimaveränderung, wie Hitze oder Überschwemmungen, zu schützen sowie Gebäude und Infrastrukturen vor erheblichen Schäden zu bewahren. In diesem Zusammenhang gab es auch eine Umfrage unter Bewohner*innen, Angehörigen, gesetzlichen Betreuer*innen und Mitarbeitenden der Stiftung Scheuern. Sie wird derzeit ausgewertet und nach Prüfung ins Klimaanpassungskonzept eingearbeitet.

Zum Hintergrund:
Das Bundesumweltministerium hat der Stiftung Scheuern 99.365 Euro aus seinem Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ bewilligt. Mit dem Geld soll ein Konzept erstellt werden, das Auskunft darüber gibt, welche Maßnahmen zur Abmilderung der Klimawandel-Folgen in der Stiftung sinnvoll und durchführbar sind und mit welchen Kosten dies verbunden sein wird. Die Projektlaufzeit beginnt am 1. April und endet am 30. September 2022.

Konkretisiert hat sich das Vorhaben auch in anderer Hinsicht: Die im Vorfeld gegründete Lenkungsgruppe mit Helmut Normann, Wolfgang Grüttner, Beate Kretschmann vonseiten der Stiftung Scheuern sowie Christina Nick und Markus Parac vonseiten des mit der Konzept-Erstellung beauftragten Planungsbüros Stadt-Land-plus hat beschlossen, als Freiflächen das Rosenbeet auf dem Campus und dessen Umgebung sowie die Außenbereiche am Lahnberg einer Vorplanung zu unterziehen. Bei den Gebäuden gilt dies für Schloss Laurenburg. Die Lenkungsgruppe wird außerdem zu insgesamt sechs Gesprächen mit verschiedenen Gremien wie zum Beispiel dem Bewohner- und dem Werkstattrat, aber auch mit Vertretern der Stadt Nassau und des Ortsteils Scheuern einladen. Und: Wenn das Klimaanpassungskonzept steht, wird die Stiftung Scheuern weitere Fördermittel für die Umsetzung der sich daraus ergebenden Einzelmaßnahmen beantragen.

Nach wie vor können Sie Ihre Ideen zum Thema Klimaanpassung in der Stiftung Scheuern auch unter der E-Mail-Adresse klimaanpassungskonzept(at)stiftung-scheuern.de mitteilen.

Gemeinsam für Klimaanpassung: unser Förderer

Schritt für Schritt zum Mühlbachpark

Ein Teil der Stadtentwicklung nimmt Formen an

Das parkähnliche Gelände der Stiftung Scheuern hat großen Freizeitwert für alle Menschen. Die Naherholung gewinnt immer stärker an Bedeutung. Was im Sommer 2019 mit einer Idee startete, den Park umzugestalten, mündete nach einer zweijährigen Spendenaktion der Stiftung Scheuern in das Gesamtprojekt „spielen, bewegen, draußen sein“. Der treffende Name Mühlbachpark war schnell gefunden, weil das Gelände unmittelbar an den Mühlbach in Scheuern angrenzt. Rund 57.000 Euro wurden durch Spenden in den vergangenen zwei Jahren gesammelt und machten Mut, weitere Schritte zu gehen. Das Projekt beläuft sich auf 338.000 Euro. Eine Projektgruppe wurde etabliert, die sich neben den Gedanken zur Nutzung des Geländes auch um die Refinanzierung kümmerte.

„Wir wollen mit diesem Platz einen Freiraum schaffen, der soziale Begegnung ermöglicht und dauerhaft für die Bevölkerung offen ist“, sagt Wolfgang Grüttner, Projektleiter des Vorhabens Mühlbachpark. Dieser soll direkt vor der Haustür in der Stadt Nassau und dem Ortsteil Scheuern zu einem kurzweiligen, interaktiven Aufenthalt für Menschen aller Alters- und Bevölkerungsgruppen werden. Auch Touristen und Wanderer soll der Mühlbachpark anlocken.

Damit der Park vielen dient, wurde er von einem multiprofessionellen Team geplant. Mit dabei sind von Seiten der Stiftung Scheuern Wolfgang Grüttner, Leitung der Stabstelle Planung und Entwicklung, Sabrina Wolf-Brand als pädagogische Leitung, Carina Gräbke, Leitung INTHERA für den physiotherapeutischen Blickwinkel, und Heike Freund als federführende Architektin. Bei den Ideen zur Umgestaltung erhält die Stiftung Scheuern Unterstützung vom Planungsbüro Stadt-Land-Plus aus Boppard, die den Zuschlag im Januar 2021 nach einem Ausschreibungsverfahren erhielten. Architektin Heike Freund stellte einen Kriterienkatalog für Bewerber auf. Im Auswahlverfahren setzte sich das Planungsbüro durch, weil sie unter den Bewerbern mit den meisten beruflichen Erfahrungen in städtebaulicher Entwicklung, mit innovativen Projekten beim Spielplatzbau und auch in Sachen Wirtschaftlichkeit punkten konnten.

Ende Februar 2021 folgte eine Planer-Auftaktveranstaltung verbunden mit dem Vorhaben bei LEADER einen Steckbrief für einen Förderantrag des Mühlbachparks einzureichen.

LEADER ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit den 1990-iger Jahren modellhaft innovative Projekte im ländlichen Raum gefördert werden. Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Eine LEADER-Förderung ist nur in anerkannten Gebieten möglich, zu denen auch die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau neben anderen Verbandsgemeinden im Rhein-Lahn-Kreis gehören. Das LEADER-Förderprogramm setzt an der Basis an. So entscheiden Menschen in einer lokalen Arbeitsgruppe vor Ort über Vorhaben, der zum Beispiel engagierte Bürger, Interessensvertreter der örtlichen Wirtschafts- und Sozialpartner sowie politische Vertreter der Region angehören.

Einen Monat später, Ende März 2021, wurden die Ideen des Mühlbachparks der lokalen Gruppe vorgestellt. Die Entscheider bejahten das Projekt und empfahlen eine 60-prozentige Förderung der Projektkosten die sich aus EU-Mitteln und aus Euro Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz zusammensetzen wird. Mit der LEADER-Förderung gehen in der Umsetzung enge Zeitfenster einher. Der gesamte Park muss bis Oktober 2022 fertiggestellt und die sachgerechte Verwendung der Mittel bis dahin nachgewiesen sein.

Viel Vorlauf für die Genehmigung des Bauantrages, Absprachen mit Wasser- und Naturschutzbehörden und Entscheidern bleiben nicht. Dennoch ist die Projektgruppe der Stiftung Scheuern optimistisch bis Ende September 2021 alle Förderbescheide und Genehmigungen in Händen zu haben, damit es auf dem Gelände losgehen kann. Der Bauantrag wurde Mitte Mai 2021 über die Verbandsgemeindeverwaltung Bad Ems-Nassau an die Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises eingereicht. Zurzeit arbeitet das Planungsbüro Stadt-Land-Plus an einer naturschutzkundlichen Stellungnahme für die untere Wasser- und die Naturschutzbehörde. Erst nach dem Bescheid der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion kann die Stiftung Scheuern mit ihren Ausführungs- und Detailplänen anknüpfen. Dazu gehört das Einholen von Angeboten, Verhandlungen mit Bietern und die Vergabe von Aufträgen.

Die Kosten sind für die Umsetzung eines barrierefreien Spiel- und Bewegungsplatzes sind um ein Vielfaches höher als die Stiftung Scheuern aus eigenen Mitteln bestreiten kann. Durch die finanzielle Förderung lokaler Partner hat die Realisierung dieses Inklusionsprojektes enorme Fahrt aufgenommen. Ohne die Hilfe dieser starken, privaten Förderer hätte die Umsetzung des Mühlbachparks nicht in diesem raschen Tempo stattfinden können. Die Stiftung Scheuern dankt sehr herzlich der G.-und-I.-Leifheit-Stiftung, der Diakoniegemeinschaft Paulinenstift, der Stiftung der Nassauischen Sparkasse und Firmen aus der Region für die überaus großzügigen Spenden. So kamen zusätzlich fast 80.000 Euro zusammen. Auch Sachspenden wurden für die Begrünung und Bepflanzung des Mühlbachparks zugesagt.

So wird der Mühlbachpark aussehen

Als barrierefreier Spiel- und Bewegungsplatz gliedert sich der Mühlbachpark in vier Zonen: Begegnung, Sinneserfahrung, Fitness und Erleben. Planungsübersicht zu den Zonen

Begegnung

Es soll lauschige Plätze für Begegnung und Erholung geben. Rasenwellen dienen als natürliche Sitzgelegenheiten im Hang, eine L-förmige Naturstein-Sitzbank rund um den bestehenden Grillpavillon lädt ebenfalls zum Verweilen unter freiem Himmel ein. Eine lange Tafel ist extra für größere Gruppen konzipiert, die Schutz vor der Sonne unter einem Segel finden werden. Auf dem Plateau oberhalb der Grillhütte werden die Ziegen ein artgerechtes neues Zuhause bekommen und auch bald mehr Gesellschaft haben. Das Ziegengehege wird hangabwärts bis zum Grillpavillon reichen. Diese Stelle wird sich hoffentlich zum Magnet entwickeln und für jede Menge tierisch-lustige Erlebnisse sorgen. Ein großes Bodentrampolin bringt garantiert Spaß und Bewegung. Dieses wurde in der Nähe zu Sitz- und Erholungsecken geplant, um Eltern die Aufsicht ihrer Kinder zu erleichtern. Getoppt wird das Ganze durch eine integrative Doppelschaukel und ein Rollstuhlfahrerkarussell.

Mit allen Sinnen teilhaben

Angrenzend an die Festwiese wird eine Fläche für Sinneserfahrung geschaffen, zu der künftig auch der Teich gehören wird. Absprachen mit dem Naturpark Nassau wurden selbstverständlich getroffen. Alle Tiere ziehen aus dem alten, undichten in einen neuen Teich um. Dieser wird in der Nähe entstehen und weitere Lebensräume für weitere Tiere bieten. Auch für die Besucher wird es schön werden. Die Rede ist von Wieseninseln mit Duftstauden und Bänken. Auch Pflanztische bereichern den Bewuchs, eine Klangwand, ein Wasserprisma und ein Murmeltisch werden geschickt um die vorhandene Boule-Bahn arrangiert. Das alles wird selbstverständlich auch für Rollstuhlfahrer geeignet sein.

Fitness

Elemente eines Fitness-Parcours auf der grünen Wiese an Bäumen zwischen Horny-Haus, Wichernhaus und Altem Haus laden zur sportlichen Betätigung ein. Die Plätze am rollstuhlgerechten Armbike, am Beintrainer oder an der Reckstange sind sehr einladend und bleiben wohl kaum leer. Für Kinder und Jugendliche ist sicher ein höhenverstellbarer Basketballkorb auch ein Grund auf das Gelände zu kommen und sich in Korbwürfen und Dunkings zu messen.

Erleben

Abenteuer und Barrierefreiheit? Vereint sich das miteinander? Na klar, das Passende ist dabei und so geht’s. Einfach mal gemeinsam an der Hand anfassen und zu zweit die Doppelrutsche genießen! Das im Hang integrierte Bachbett wird als Spielfäche wiederbelebt. Ein Balancier-Parcour, die Hängebrücke und das Kletterbrett warten bald auf Abenteuerlustige. Es wird eine Hängematte als Rückzugsort zum Chillen unter dem alten Baumbestand geben. Sandig-kreative Erlebnisse dürfen natürlich nicht fehlen. Am Sandplatz wird ein unterfahrbarer Sandtisch für Rolli Fahrer*innen mit Sand-Bagger dem Spieldrang von Groß und Klein gerecht.

Viele helfende Hände für den Mühlbachpark: unsere Förderer

Dieses Vorhaben wird im Rahmen des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms für die Entwicklung des ländlichen Raums, vertreten durch das rheinland-pfälzische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, gefördert.

Gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER): Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.