Wofür wir stehen
Die Loyalitäts- und die Leitlinien der Stiftung Scheuern beschreiben das Selbstverständnis und den Rahmen unseres Handelns.
Loyalitätsrichtlinien
Loyalitätsrichtlinien
Wir sind als Stiftung Scheuern ein Sozialunternehmen – sind wir auch ein diakonisches Unternehmen? Diese Frage wird in den heutigen Zeiten richtigerweise nicht mehr bzw. jedenfalls nicht mehr allein an der Kirchenzugehörigkeit der Mitarbeitenden festzumachen sein (so sehr die wichtig bleiben darf). Woran aber stattdessen?
Es ist von Bedeutung, dass wir uns über die christlichen Werte, die uns nach wie vor leiten, und unsere Grundhaltung in Sachen Menschenverständnis und Kultur klar sind oder aber neu verständigen. Eben dieser Klarheit und Orientierung dient unsere nun verabschiedete sogenannte Loyalitätsrichtlinie. Aus ihr wird ersichtlich, wofür wir stehen.
Präambel
Als diakonische Stiftung sind wir dem christlichen Menschenverständnis verpflichtet. Gemäß unseren Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR.HN) §4 “geschieht der diakonische Dienst im Auftrag Jesu Christi. Wer sich aus anderen Beweggründen zu diesem Dienst bereitfindet, ist Mitarbeiterin und Mitarbeiter mit gleichen Rechten und Pflichten, sie bzw. er muss jedoch die evangelische Grundlage der diakonischen Arbeit anerkennen.” Oder wie es in §5 der “Richtlinie des Rates über Anforderungen an die berufliche Mitarbeit in der EKD und ihrer Diakonie” heißt: “Alle Mitarbeitenden haben das evangelische Profil der jeweiligen Dienststelle oder Einrichtung zu achten.” Angesichts dessen erwartet die Stiftung Scheuern die entsprechende Loyalität auch von ihren Mitarbeitenden, die nicht einer Kirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e.V. an- oder die zu einer anderen Religionsgemeinschaft gehören. Für uns heißt das positiv: Wir in der Stiftung Scheuern setzen uns im Sinne Jesu für ein respektvolles, inklusives und friedliches Miteinander ein – unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter oder sozialem Status.
1. Loyalität zur Stiftung und ihren Werten
Alle Mitarbeitenden verpflichten sich zur Loyalität gegenüber den Zielen und dem Auftrag der Stiftung Scheuern. Deren Selbstverständnis ist nicht zuletzt in §2 unserer Satzung wie folgt bestimmt: “Die Stiftung will im Geist des Evangeliums die Notlage hilfsbedürftiger Menschen mildern.” Die Würde aller Klient*innen und Mitarbeitenden ist zu achten, das Handeln geschieht respektvoll, verantwortungsvoll und kooperativ.
2. Förderung der diakonischen Identität
Die Stiftung erkennt es als ihre Aufgabe, alle ihre Mitarbeitenden mit den christlichdiakonischen Grundsätzen ihrer Arbeit fortlaufend vertraut zu machen und dies durch Qualifizierungsangebote zu Themen des Glaubens, des christlichen Menschenverständnisses und einer christlich-diakonischen Haltung zu fördern.
3. Distanzierung von Gewalt, Diskriminierung und Extremismus
Wir stehen für ein respektvolles, menschliches und demokratisches Miteinander. Deshalb lehnen wir jede Form von physischer, psychischer oder struktureller Gewalt, Diskriminierung und Extremismus entschieden ab. Haltungen und Ideologien, die Menschen abwerten oder die Würde, Freiheit und Gleichberechtigung anderer verletzen, sind mit unseren Werten nicht vereinbar.
4. Verantwortung im öffentlichen Raum
Unsere Mitarbeitenden entsprechen in ihrem Verhalten innerhalb wie außerhalb ihres Dienstes der Verantwortung, die sie übernommen haben. Sie verpflichten sich, keine Äußerungen oder Handlungen vorzunehmen, die den Werten der Stiftung Scheuern widersprechen oder ihr Ansehen gefährden. Dazu gehört auch die Pflicht zur Neutralität gegenüber Klient*innen – insbesondere in politischen, religiösen oder weltanschaulichen Fragen.
5. Professionelle Beziehungsgestaltung
Unsere Mitarbeitenden sind verpflichtet, ihre Beziehungen zu Klient*innen professionell zu gestalten. Jeglicher sexueller Kontakt oder wirtschaftliche Beziehungen zu Klient*innen in aktiven Arbeitsverhältnissen sind untersagt. Die Vertrauensbeziehung darf nicht zur Befriedigung eigener Interessen missbraucht werden.
Nassau, im Mai 2026, der Gesamtvorstand
Meldepflicht und Schutzmaßnahmen, Konsequenzen bei Verstößen
Bei Verdacht auf Verstöße gegen diese Richtlinie, insbesondere bei Diskriminierung, Extremismus oder Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, besteht eine Meldepflicht gegenüber der zuständigen Führungskraft und ggf. der externen Meldestelle. Die Stiftung stellt sicher, dass geeignete Schutz- und Interventionsmaßnahmen ergriffen werden. Verstöße gegen diese Loyalitätsrichtlinie können arbeitsrechtliche und/oder zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Leitlinien
An dieser Stelle lesen Sie nur die Überschriften unserer Leitsätze, die Ihnen aber dennoch einen guten Überblick zur ideellen wie auch zur Handlungsgrundlage der Stiftung Scheuern bieten. Unsere Leitlinien machen damit deutlich, woher wir kommen, wer wir sind, was wir tun und warum wir es tun. Damit geben uns die Leitlinien Sicherheit und Halt für die Ausgestaltung unserer Arbeit in Gegenwart und Zukunft:
1. Selbstverständnis – Wir leben unseren Glauben
2. Geschichte und Tradition – Wir gestalten Gegenwart und Zukunft im Wissen um unsere Geschichte
3. Individuelle Teilhabe – Wir begleiten Menschen mit Behinderung
4. Inklusion – Wir tragen zu einer inklusiven Gesellschaft bei
5. Mitarbeitendenorientierung – Wir würdigen unsere Mitarbeitenden
6. Führung – Wir führen mit Transparenz und Verbindlichkeit
7. Wirtschaftlichkeit und Ressourcen – Wir arbeiten nachhaltig und zukunftsorientiert
8. Qualitätssicherung – Wir stehen für kontinuierliche Verbesserung