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Aktuelles

Sommertour der Diakonie Hessen - Lohnende Einblicke in die Stiftung Scheuern


Die Stiftung Scheuern freute sich auf den Besuch von Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, und seiner Referentin Dr. Kathrin Lang im Rahmen der diesjährigen Sommertour der Diakonie Hessen. Unter dem Motto „Gemeinsam vor Ort – Gemeinsam stark!“ stand der Besuch der spezialisierten Tagesförderstätte für Menschen mit erworbener Hirnschädigung (Rehagruppe) im Mittelpunkt.

Mit den Vorständen der Stiftung Scheuern Pfr. Gerd Biesgen, Bernd Feix und Jürgen Schlepper ging Carsten Tag der Frage nach, wie diakonische Angebote an den Bedürfnissen der Menschen in ihrem Lebensumfeld ausgerichtet werden und wie die Diakonie Hessen als Spitzenverband die Stiftung Scheuern auch in Rheinland-Pfalz unterstützen kann. Die Stiftung Scheuern gehört zur Diakonie Hessen, weil sie historisch und inhaltlich eine diakonische Einrichtung mit evangelischen Wurzeln ist. Die Mitgliedschaft dient sowohl der gemeinsamen Wertebasis als auch der fachlichen und politischen Vertretung im Bereich der Eingliederungshilfe bzw. der Interessensvertretung für Menschen mit Behinderung. Kirchengrenzen der Evangelischen Kirche und Landesgrenzen decken sich nicht und deswegen wird die Stiftung Scheuern über die Diakonie Hessen in der Wohlfahrtspflege spitzenverbandlich vertreten, auch wenn sie in Rheinland-Pfalz ansässig ist. Zudem ist die Stiftung Scheuern Gründungsmitglied der Diakonie Hessen. Pfr. Gerd Biesgen ist im Aufsichtsrat der Diakonie Hessen tätig, gewählt aus dem Kirchengebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. 

Gemeinsam wurde diskutiert, dass seitens der Verbände und Institutionen Antworten auf die Einsparungen der Regierung auf die Eingliederungshilfe gefunden werden müssen. Stichworte für die Zukunftssicherung wie Steigerung der Effizienz, Entbürokratisierung, Digitalisierung oder den Einsatz modernster Technik sind beispielhaft zu nennen. Einigkeit besteht in dem Ziel der Lobbyarbeit für die Schwächsten in der Gesellschaft. An diesen Personengruppen, darunter auch Menschen mit Behinderung, darf nicht gespart werden. „Wir verfolgen aufmerksam die aktuellen sozialpolitischen Entwicklungen und stellen fest, dass zur Verfügung stehende Ressourcen ungleich verteilt sind.“, so Bernd Feix, pädagogischer Vorstand der Stiftung Scheuern. Mit diesen Worten umschreibt er die Erkenntnis, dass Errungenschaften der letzten 20 Jahre mit Blick auf die Weltlage scheinbar nicht mehr finanzierbar sind.

Und dennoch gibt es diese Best-Practice-Beispiele in ungewissen Zeiten. Mit Willen, Überzeugung und Ausdauer in Verhandlungen gelingt es, neue Angebote mit dem richtigen Zuschnitt aufzubauen und zu etablieren. Das hat die Stiftung Scheuern unter der Federführung von Bernd Feix für Menschen mit erworbener Hirnschädigung bewiesen. Die Rehagruppe im Nassauer Neuzebachweg ist eine solche außergewöhnliche Dienstleistung, die Menschen nach erworbener Hirnschädigung in ihrem Lebensumfeld nutzen und vor allem brauchen. Carsten Tag war sehr angetan von den Möglichkeiten für wohnortnahe Teilhabe. Die Menschen wünschen sich ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft. Diesem Anspruch wird die Rehagruppe gerecht. Der Bedarf wächst und die Warteliste wird länger. Bisher werden täglich 30 Menschen begleitet. Die Rehagruppe ist eine Besonderheit, weil sie hoch spezialisiert eine Versorgungslücke schließt. Sie bietet eine Tagesstruktur mit qualifizierter Betreuung und Therapie, lässt Menschen in Krisensituationen nicht allein und zielt auf die Entwicklung oder Wiedererlangung verloren gegangener Neurokompetenzen ab. Zudem baut das Fachteam durch qualifizierte Beschäftigung auch Brücken ins Arbeitsleben, was für viele Besucher*innen von großer Bedeutung ist. Auch hier findet eine stetige Entwicklung statt.

Das neueste Beschäftigungsfeld durch das Imker- und Bienenprojekt ist vollumfänglich gelungen. Carsten Tag schaute sich alle Facetten der Realisierung an. Er war beeindruckt von der Idee, der Umsetzung und der Schnelligkeit, wie ein neues Arbeitsfeld für Menschen mit erworbener Hirnschädigung ins Leben gerufen wurde. Das Imker- und Bienenprojekt vereint viele einzelne Arbeitsschritte von der Pflege der Bienen, der Gewinnung des Honigs bis zur Vermarktung. Das neue, naturnahe Arbeitsfeld sorgt für ein hohes Maß an Identifikation bei allen. „Projekt gelungen!“, so ziehen Carsten Tag und Dr. Kathrin Lang das Fazit aus ihrem Besuch mit der Diakonie-Sommertour.

Noch sind die Bienenstöcke leer und werden gerade für den Umzug der Bienenvölker vorbereitet. Diese stehen im großen Garten im Nassauer Neuzebachweg. Der neue Bienenvölker-Standort wurde barrierefrei angelegt, damit Rollstuhlfahrer*innen an die Bienenstöcke heranfahren können. In Zusammenarbeit mit der Garten- und Landschaftspflege der Stiftung Scheuern werden die Bienenstöcke in und rund um Nassau auch an andere Standorte gebracht, damit die Tiere immer genug Futter haben. 

Foto: v. l. n. r. Carsten Tag Vorstandvorsitzender Diakonie Hessen, Sonja Behnke, Teamleitung Integra-Rehagruppe, Dr. Kathrin Lang, Referentin des Vorstandes Diakonie Hessen, Bernd Feix, Pädagogischer Vorstand Stiftung Scheuern und Pfr. Gerd Biesgen, Theologischer Vorstand Stiftung Scheuern.