Bei einer Tasse Kaffee lernten sich die Überbringer des Schecks und die Besucher und Mitarbeitenden der Rehagruppe, gleichzeitig die Initiatoren des Bienenprojekts, näher kennen. Zaun und Grein erklärten, warum sie das Projekt so begeisterte: „Damit können wir uns gut identifizieren: Wir haben einen regionalen Verwendungszweck. Man tut Gutes und erlebt, wie es Menschen mit Hirnschädigung hilft und Vertrauen zurückgibt. Außerdem bewahrt es die Natur.“ Später, nachdem Bürgermeister Zaun sich eingehend informieren ließ, ergänzt er: „Es ist begeisternd, wie Sie alle hinter dem Projekt stehen und miteinander umgehen.“ Auch Dieter Grein, der unvermittelt und unerwartet einem Schulkameraden aus Kindertagen begegnete, der sein Leben nun nach Hirnschädigung neu ausrichten muss, bekam einen Eindruck, wie schnell Menschen von lebensverändernden Ereignissen getroffen werden und dann auf Hilfe angewiesen sind, die sie und ihre Familien zum Beispiel in der INTEGRA Rehagruppe bekommen.
Dass das Bienenprojekt nicht nur Zaun und Grein sinnvoll erschien, lässt sich auch an der beachtlichen Spendensumme ablesen. Die rund 400 Besucher und aktiven Sänger des Adventskonzerts vom 21. Dezember 2025 hatten 2300 Euro gespendet. „So viel hatten wir noch nie beim Adventskonzert – und das gibt es im Jahr des 750. Geburtstags von Nievern nun schon mehr seit als 25 Jahren,“ freut sich Zaun.
Besucherin Dominique Wieland gewährte Einblick in ihren eigenen Werdegang und warum ihr die Rehagruppe so wichtig ist: „Hier bin ich angekommen. Hier versteht man meine Krankheitsgeschichte und hilft mir. Ich mag die Atmopshäre, es ist positiv und wie in einer Familie.“ „Es geht um jeden Einzelnen, die teils mühsam errungenen Fortschritte nach dem Einschnitt durch die Hirnschädigung und gleichzeitig sind wir hier Gemeinschaft und verbringen den Tag zusammen. Das stärkt,“ ergänzt Behnke.
Sehr wichtig beim Projekt Bienen und Imkern sei auch, so Behnke, dass sich das, was mit den Besuchern gemeinsam getan wird, immer mit Sinnhaftigkeit verbindet. „Es geht nicht darum, sich ‚irgendwie‘ zu beschäftigen. Die Menschen, die zur Rehagruppe kommen, hatten vorher ein erfülltes Leben, gingen zur Arbeit. Sie möchten auch jetzt wieder sinnvolle Tätigkeiten ausführen. Da bietet die gut in kleine Schritte zerlegbare Arbeit mit den Bienen viele Einsatzmöglichkeiten.“
Fachlich kamen Markus Clos und Sonja Behnke zu Wort hinsichtlich des pädagogischen Werts und der Teilhabemöglichkeiten beim Imkern. Clos und Behnke zeigten den Spendenüberbringern die Baustelle, an der mit der Schaffung eines gepflasterten, barrierefreien Platzes an der Sonne erste Schritte für die Installation der ersten sieben Bienenstöcke zum Projektstart im Frühjahr getan werden. Sie erläuterten die Pläne für den umliegenden Garten und die Nahrungsgrundlage für die Bienen in der näheren und ferneren Umgebung. Auch Schutzausrüstung für die direkte Arbeit am Bienenstock werde angeschafft für alle Projektteilnehmer, also auch in einer rollstuhlgerechten Ausführung, damit alle bis zu den Stöcken kommen können. Zum Schluss informierten sich Zaun und Grein bei einer Führung mit Sonja Behnke durch die weiteren Räume der Rehagruppe über die arbeitspädagogischen Angebote und die in den Alltag integrierten Therapiemöglichkeiten.



