Nach der erfolgreichen Gründung im November 2025 hat das Neuronetzwerk nördliches Rheinland-Pfalz am Mittwoch, 22. April, bei seinem zweiten Treffen in der BDH-Klinik Vallendar wichtige nächste Schritte beschlossen.
Rund 50 Teilnehmende aus Medizin, Therapie, Pflege, Rehabilitation und Eingliederungshilfe kamen zusammen, um die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und konkrete Projekte voranzubringen.
Ziel des Netzwerks ist es, die Versorgung von Menschen mit erworbener Hirnschädigung nachhaltig zu verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei eine engere Vernetzung aller beteiligten Akteure – von der Akutversorgung über die Rehabilitation bis hin zur langfristigen Begleitung im Alltag. „Wir wollen Versorgungslücken sichtbar machen und gemeinsam schließen“, betonte Dr. Elke Vespo, Leitende Ärztin der Neurologische Therapie RheinAhr. Eine gut abgestimmte regionale Struktur solle Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften gleichermaßen Orientierung und Halt bieten.
Auch beim zweiten Treffen wurde deutlich, wie groß das Interesse an einer stärkeren Zusammenarbeit ist: Aktuell zählt das Netzwerk 39 registrierte Mitglieder aus 26 Institutionen sowie weitere engagierte Einzelpersonen. Die Teilnahme ist für alle Interessierten offen und kostenfrei.
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war der Aufbau einer gemeinsamen Internetplattform. Die geplante Webseite soll unter der Adresse www.neuronetzwerk-rlp.de erreichbar sein und richtet sich sowohl an Fachkräfte als auch an Betroffene und ihre Angehörigen. Sie möchte Informationen zu Hilfsangeboten bündeln, Netzwerkpartner sichtbar machen und den Zugang zu Unterstützung erleichtern. „Die Webseite ist ein wichtiger Meilenstein“, erklärte Bernd Feix, Pädagogischer Vorstand der Stiftung Scheuern. Der vorgestellte Entwurf stieß auf großes Interesse und wurde durch zahlreiche Anregungen der Anwesenden ergänzt. Die Webseite des Netzwerks wird voraussichtlich nach der Sommerpause online gehen.
Neben der digitalen Vernetzung setzt das Netzwerk weiterhin auf persönlichen Austausch. Künftig sollen zwei Netzwerktreffen pro Jahr stattfinden. Das nächste Treffen ist für den 18. November im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein – Ev. Stift St. Martin in Koblenz geplant. Darüber hinaus ist eine thematische Informationsveranstaltung zum Einsatz von Schlaganfalllotsen vorgesehen.
Auch politisch will sich das Netzwerk stärker einbringen. So ist etwa ein Treffen mit Ellen Kubica, der Landesbeauftragten für die Belange der Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz, geplant. Ziel ist es, die Bedürfnisse von Menschen mit erworbener Hirnschädigung sichtbarer zu machen und die Rahmenbedingungen für ihre Versorgung zu verbessern.
Mit dem zweiten Treffen hat das Neuronetzwerk nördliches Rheinland-Pfalz seine Rolle als Plattform für Austausch, Kooperation und Innovation weiter gefestigt. „Wir sind heute einen deutlichen Schritt weitergekommen“, resümierte Dr. Guido Ketter, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik Vallendar.
Koordiniert wird das Neuronetzwerk nördliches Rheinland-Pfalz von der Anlauf- und Beratungsstelle für Menschen mit erworbener Hirnschädigung bei der Inklusa gGmbH (Nassau).
Institutionen und Privatpersonen, die sich dem Netzwerk anschließen möchten, können sich per E-Mail an neuronetzwerk.rlp(at)inklusa.de wenden.
Betroffene und Angehörige, die Beratung wünschen, finden Kontaktdaten und Ansprechpartnerinnen unter www.inklusa.de/meh-beratung
