Fast fünf Monate nach dem Start des Projekts (Dezember 2025) sind viele positive Effekte sichtbar. Die Klienten sind glücklich und ausgeglichen, die Mitarbeitenden lieben ihren Job und können sich ein anderes Arbeiten gar nicht mehr vorstellen.
Darum bestand Handlungsbedarf: Die Förderbereiche in den vorhandenen Räumlichkeiten wurden den Bedürfnissen mancher Klient:innen nicht gerecht.
Die Folge: Stress und Gereiztheit, Übergriffe seitens der Klient:innen, eine große Unruhe; die Zahl der krankheitsbedingten Ausfälle bei den Mitarbeitenden war groß.
Deshalb wurde das Projekt „Naturwunder“ ins Leben gerufen. Es soll durch tägliche Aktivitäten im Freien dafür sorgen, dass energiegeladene Klient:innen ausgelastet sind und adäquat betreut werden.
Idealer Ort für das Projekt ist Hof Mauch bei Misselberg mit dem dazugehörigen Freigelände. Dort ist die notwendige Infrastruktur (Toiletten, Aufenthaltsraum, Küche etc.) vorhanden. Den Weg vom Campus der Stiftung Scheuern zum Hof Mauch bewältigt die Gruppe zu Fuß, am Nachmittag geht es ebenfalls per pedes zurück. Fast anderthalb Stunden pro Strecke ist die Gruppe unterwegs. Auch auf Hof Mauch gibt es feste tägliche Rituale. Man sammelt gemeinsam Holz, richtet die Feuerstelle ein und kocht gemeinsam über dem Lagerfeuer. Das Läuten einer großen Glocke ruft zur Mahlzeit. Je nach Lust und Wetter wird die Umgebung erkundet und es gibt naturnahe oder Bewegungsangebote. Zum Beispiel werden Setzlinge gepflanzt und Beete angelegt. An den schneereichen Tagen im Winter wurde auch Schlitten gefahren.
Die positiven Auswirkungen sind beeindruckend. Die Klient:innen sind spürbar ausgeglichener, zeigen weniger herausforderndes Verhalten, schlafen nachts ruhiger. Kurz: Sie sind zufriedener und glücklicher als zuvor. Auch die Wohngruppen bestätigen diese Veränderungen. In den Förderbereichen der Tagesförderstätte geht es wieder ruhiger zu, sodass auch dort die Klient:innen bedarfsgerecht und personenzentriert betreut werden. Mitarbeitende sind weniger gestresst und wieder zufriedener.
Den Start machten Mitarbeitende, die bereit waren, die Projektphase zu begleiten. Mittlerweile wurde ein festes Team zusammengestellt, dass wie gemacht ist für die besonderen Möglichkeiten und Herausforderungen des Angebots. Handwerkliches Geschick und Interesse an der Natur gehen Hand in Hand mit pädagogischem Know-how. Das Angebot von „Naturwunder“ variiert je nach Jahreszeit und wird auf individuelle Bedarfe der Klient:innen angepasst.
Mithilfe von Spenden soll jetzt der Außenbereich auf die Bedürfnisse der Gruppe angepasst und schöner gestaltet werden. Die Gruppe möchte die alte, verfallene Hütte auf der Wiese als Unterstellmöglichkeit und Sonnenschutz nutzen. Diese muss jedoch neu hergerichtet werden. Das erledigt die Gruppe in Eigenleistung. Außerdem sollen neue Sitzmöglichkeiten angeschafft, alte Bänke upgecycelt und eine Außenküche eingerichtet werden, damit das schöne Außengelände im Naturpark Nassau auch bei Wind und Wetter nutzbar ist.
