Die Implementierung einer Hospiz- und Palliativkultur im Rahmen unseres Fachkonzeptes „Hospiz- und Palliative-Care-Versorgung in der Stiftung Scheuern“ setzt eine persönliche und fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema voraus. So können Mitarbeitende, die hierzu eine Multiplikatorenrolle übernehmen, eine entsprechende Haltung finden und sich die notwendigen Kompetenzen aneignen. Einen ersten Schritt dazu bietet die zertifizierte Kurswoche „Palliative Praxis“, die die Stiftung Scheuern vom 18. bis 22. Mai 2026 bereits zum fünften Mal intern durchgeführt hat.
Ziel der Qualifizierung, die sich sowohl an Fachkräfte als auch an Nichtfachkräfte richtet, ist es, Kenntnisse in der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Bewohnerinnen und Bewohnern zu vermitteln. Diese Kenntnisse sollen die Teilnehmenden unter anderem dazu befähigen, Veränderungen am Lebensende zu erkennen, erste lindernde Maßnahmen umzusetzen und Zugehörige im Abschiednehmen zu begleiten. Die Teilnehmenden lernen, wie sie die Wünsche der Menschen, deren Leben zu Ende geht, erfassen und ihr Wohlbefinden fördern können. Nicht zuletzt setzen sie sich auch mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinander.
Die zertifizierte Kurswoche umfasst 40 Unterrichtseinheiten, ist multiprofessionell ausgerichtet und von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin anerkannt. Referentin ist von Beginn an die Palliativ-Care-Fachkraft Michaela Abresch aus Dierdorf. Auch dieses Mal hat sie die Teilnehmenden in ein intensives und detailliertes Programm eingebunden. Diesmal stand als besonderes Ereignis ein Besuch im Stationären Hospiz Rhein-Lahn in Nassau am ersten Tag auf dem Programm. Am zweiten Tag referierte Petra Opel-Minor von den Ambulanten Hospizdiensten Rhein-Lahn zum Thema Trauerarbeit. Teilaspekte waren unter anderem auch Veränderungen beim Essen und Trinken am Lebensende, die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen sowie die Gestaltung des Endes für Betroffene, Mitbewohner und Angehörige.
Die Veranstaltung endete mit einer Präsentation der Ergebnisse und einer feierlichen Zertifikatsübergabe
Zur fortlaufenden Qualifizierung und Vernetzung aller bisher ausgebildeten Multiplikatoren bietet die Stiftung zweimal jährlich Multiplikatorentreffen mit wechselnden Schwerpunktthemen unter der Leitung von Magdalena Braun und Tanja Kaiser, beide Fachkräfte Palliativ Care, an.
