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Ein echter Zugewinn für Kunden und Beschäftigte


Die Werkstatt für behinderte Menschen der Stiftung Scheuern in Singhofen hat eine neue Lagerhalle.

Es sollte eine kleine, aber feine Feier werden: die für Ende Oktober geplante offizielle Übergabe der neuen Lagerhalle in Singhofen. Doch dann kam die zweite Welle der Corona-Pandemie und machte der Stiftung Scheuern einen kräftigen Strich durch die Rechnung. Da die Gesundheit ihrer Besucher, Beschäftigten und Mitarbeitenden für sie oberste Priorität besitzt, sah sie sich gezwungen, den bereits eingeladenen Gästen wieder abzusagen – und holte die Übergabe vor Kurzem in internem Rahmen mit nur vier beteiligten Personen nach: Bernd Feix, pädagogischer Vorstand der Stiftung Scheuern, überreichte den symbolischen XXL-Schlüssel für die schmucke neue Lagerhalle, die bereits im Frühjahr in Betrieb gegangen ist, an Mark Solomeyer, den Vorsitzenden des Werkstattrats. Jörg Bremser, Leiter Bildung/Arbeit/Teilhabe bei der Stiftung Scheuern, und Matthias Behnke, Werkstattleiter Verpackung/Montage/Metall/Wäscherei, gesellten sich hinzu – und nutzten die Gelegenheit ebenfalls für einen kurzen Rückblick auf die sich über rund zehn Jahre erstreckende Vorgeschichte des Projekts.

 „Für unsere Werkstatt für behinderte Menschen, die sich als Anbieter für Metallbau, Verpackung und Montage sowie Wäscherei-Dienstleistungen in Singhofen etabliert hat, stellte sich dank der zunehmenden Nachfrage vonseiten der Kunden schon seit Längerem die Frage nach zusätzlichen Lagerkapazitäten“, berichtete Jörg Bremser. Zum einen erfüllt die Halle also in hohem Maß Kundenerwartungen, indem sie die Möglichkeit bietet, Materialien für die Weiterverarbeitung einzulagern. „Zum anderen sind in den vergangenen Jahren die Anforderungen an den Brandschutz und die Arbeitssicherheit deutlich gestiegen. Auch diesem Umstand wird die neue Lagerhalle gerecht“, fügte Bernd Feix hinzu.

Zunächst fasste man verschiedene Alternativen wie zum Beispiel das Anmieten einer Halle am Ortsrand von Singhofen oder einen direkten Anbau an die Werkstatt ins Auge. „Letztlich entschieden wir uns dann aber für einen separaten Neubau“, fasste Jörg Bremser zusammen. Insgesamt schlug das Bauvorhaben mit rund 120 000 Euro zu Buche. 40 Prozent der Kosten übernahm das Land Rheinland-Pfalz, die verbleibenden 60 Prozent hat die Stiftung Scheuern aus Produktionserlösen finanziert. Nicht nur für die Förderung des Landes, sondern auch für die gute Zusammenarbeit mit ihren Geschäftspartnern und Kunden, die den Hallenneubau zu einer echten Erfolgsgeschichte werden ließ, ist die Stiftung dankbar. Als Baufirma mit im Boot war die Kaiser Ingenieurbau GmbH aus Andernach, die übrigens nicht nur die 20 auf 40 Meter große Halle errichtet hat, sondern der Einrichtung der Behindertenhilfe anlässlich der Übergabe außerdem eine Spende zukommen ließ.

Keine Frage, dass die „Neuanschaffung“ nicht zuletzt auch für die Beschäftigten der Singhofener Werkstatt ein echter Zugewinn ist. „Immer wieder haben sie gefragt, wann sie endlich genug Platz haben würden, um Waren aufeinanderstapeln und besser deklarieren zu können“, berichtete der Werkstattrats-Vorsitzende Mark Solomeyer und resümierte: „Das ist jetzt überhaupt kein Problem mehr.“ Durch das Vordach ist außerdem ein wettergeschütztes Ein- und Auslagern möglich, insgesamt gesehen haben die Arbeitsabläufe weiter an Sicherheit gewonnen. 

Sicher: Werkstattleiter Matthias Behnke ist sehr froh, dank der neuen Halle noch flexibler als bisher auf Kundenanfragen reagieren zu können. Aber das ist in seinen Augen bei Weitem nicht der einzige Pluspunkt, wie er betont: „Vor allen Dingen trägt sie zu einer nachhaltigen Sicherstellung von attraktiven Teilhabemöglichkeiten für die von uns betreuten Menschen bei.“