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Aktuelles

Besuch der Ausstellung „Ach Mensch. Was bleibt?“ regt zum Nachdenken über Leben und Tod an


Mitglieder des Gesprächskreises „Religiöse Teilhabe“ in der Stiftung Scheuern haben die Ausstellung „Ach Mensch. Was bleibt?“ in der Kastorkirche in Dausenau besucht. Die Ausstellung regt zur Auseinandersetzung mit der Frage an: Was kommt nach dem Tod?

Das Thema Tod ist schon vor dem Betreten der Kastorkirche präsent. Der Weg zum Portal führt über einen kleinen Friedhof. Dort nimmt Pfarrer Urs Michalke die kleine Besuchergruppe aus Scheuern in Empfang. Er weist darauf hin, dass die Nähe der Gräber zur Kirche kein Zufall ist. „Die Toten und die Lebenden gehören zueinander“, sagt er und verweist auf Jesu Worte aus dem Johannes-Evangelium über das Weizenkorn: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Eines der prägnantesten Stücke der Ausstellung ist die leuchtende Leiter der Wiener Künstlerin Billi Thanner. Dort startet Pfarrer Urs Michalke die Führung. Sie erinnert an Jakobs Traum von der Himmelsleiter aus dem 1. Buch Mose (Kap. 28). Auf dieser steigen Engel zwischen Erde und Himmel auf und ab. Michalke deutet das Bild als Interesse des Himmels an den Menschen. „Das macht Mut: Gott schickt uns seine Engel“, sagt er. Die Leiter symbolisiere die Sehnsucht nach dem Himmel, aber auch eine Verbindung zwischen Himmel und Erde. Die Leiter, so Pfarrer Michalke, komme von oben herab auf die Erde: „Wir können nicht aus eigener Kraft zu Gott kommen“, sagt er und leitet damit auf eine Reihe von Serigrafien in Schwarz-Weiß ein, die um den Altar der Kirche gruppiert sind.

„Totentanz“ heißt das Werk des Künstlers Christian Boltanksi. Die Motive erinnern an ein Gespenst, einen Totenschädel, den Sensenmann und eben einen Totentanz. „Die Menschen können viel tun, aber sie können nicht gegen die Zeit kämpfen. Gott ist der Herr der Zeit“, zitiert Pfarrer Michalke den Künstler. Der Tod gehöre zum Leben und solle den Menschen keine Angst machen. Die Frage nach dem letzten Tanz laute: Wohin gehst du? Pfarrer Michalke verweist dabei auf die Anordnung der Motive rund um das Kruzifix auf dem Altar. Sie symbolisiere Hoffnung. „In der Mitte ist der tote Jesus“, sagt Michalke, „aber er ist auferstanden!“

Im Verlauf des Rundgangs und beim Betrachten weiterer Ausstellungsstücke kommen Themen wie Trauer und Verlust sowie der Mensch als Geschöpf Gottes und mehr zur Sprache. Eine kleine Bronzefigur, von Hand geschaffen und einmalig auf der Welt, steht etwa für die Einzigartigkeit jedes Einzelnen: nicht unbedingt makellos, aber ein Unikat, das bewusst geschaffen wurde.

Den Abschluss findet die Führung durch die Ausstellung im Hoffnungs-Café auf der Empore. Dort stimmen die Gäste aus Scheuern spontan ein Kirchenlied an. Dann entwickelt sich rasch ein angeregter Austausch, angeregt durch die Leitfrage: „Ach Mensch. Was bleibt?" Dabei geht es um Angst und Hoffnung, Formen der Bestattung, das Grab als Ort der Erinnerung und den Wunsch, im Fall einer schwersten Erkrankung nicht künstlich am Leben erhalten zu werden. 

Die Ausstellung in der Kastorkirche Dausenau kann bis 22. November 2026 besucht werden. Sie ist donnerstags bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr frei zugänglich. Gruppen können sich für Führungen anmelden bei Pfarrer Urs Michalke unter E-Mail an urs.michalke(at)ekhn.de oder per Telefon 06771/4039994.

Ein Rahmenprogramm mit zahlreichen Veranstaltungen begleitet die Ausstellung. Eine Übersicht dazu bietet die Seite des Evangelischen Dekanats Nassauer Land unter https://evangelisch-nassauer-land.de/index.php/2-uncategorised/1876-ach-mensch-was-bleibt

Eine Gruppe von Menschen steht am Altar einer Kirche. Auf dem Altar steht ein Kruzifix. Hinter dem Altar stehen mehrere Bilder auf Staffeleien.

Pfarrer Urs Michalke erläutert den Gästen das Werk "Totentanz".