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Vielfältiges Leid nun wissenschaftlich dokumentiert und ausgewertet - Prof. Dr. Heiner Fangerau stellt von 'Stiftung Anerkennung und Hilfe' beauftragten Auswertungsbericht zur Heimkinderzeit vor


Keine Privatsphäre, unbezahlte Arbeit, drakonische Strafen, sexueller Missbrauch – so sah der Alltag vieler Kinder in Heimen der Behindertenhilfe oder jugendpsychiatrischen Einrichtungen in den Jahren 1945 bis 1975 in den westlichen Bundesländern und bis 1990 in den östlichen Bundesländern aus. Die 'Stiftung Anerkennung und Hilfe' möchte dem begegnen, den Betroffenen endlich Recht widerfahren lassen, und ihnen wie es im Namen der Stiftung heißt, Anerkennung und Hilfe zuteilwerden lassen.

Auch in der Stiftung Scheuern ging es vielen Menschen so, dass sie das Verhalten des Pflegepersonals ihrer Kindheit und Jugend als erniedrigend, gewalttätig, diskriminierend oder ausbeuterisch empfunden haben. Der Stiftung Scheuern ist es heute ein Anliegen, ihre Vergangenheit mit Blick auf die sogenannten Heimkinder und deren negative Erfahrungen kritisch zu beleuchten und wenigstens für späte Anerkennung zu sorgen. Die betroffenen Bewohner*innen haben bereits seit 2019 teils mit Hilfe der Stiftung Scheuern bei der 'Stiftung Anerkennung und Hilfe' Anträge gestellt, die zwischenzeitlich bearbeitet sind.

Zur 'Stiftung Anerkennung und Hilfe' gehören das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bundesländer und die Kirchen. Sie sind sich einig, dieses dunkle Kapitel der Heimgeschichte in Deutschland aufarbeiten zu wollen. Dafür haben sie 305 Mio. Euro zugesagt. Bis heute sind schon 204 Mio. Euro an die Betroffenen z. B. für damals unentgeltlich geleistete Arbeit ausgezahlt worden, auch an Bewohner*innen der Stiftung Scheuern.

Neben materiellen Leistungen ging es aber auch um die wissenschaftlich begleitete Auswertung von Daten und Berichten der Heimkinderzeit. Die 'Stiftung Anerkennung und Hilfe' hatte dazu Prof. Dr. Heiner Fangerau beauftragt. Dazu wurden unter anderem Erfahrungsberichte Betroffener und Interviews analysiert. Dies sei neben individueller Anerkennung ein weiterer Pfeiler der Aufklärungsarbeit, der der Aufarbeitung weiterhelfe, Empfehlungen zur Prävention heutzutage ermögliche und letztlich Erinnerungen sammle, veröffentliche und dadurch die Wichtigkeit für Betroffene und nachfolgende Generationen deutlich mache, so die Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Studie: 210930_42. Pressemitteilung BMAS_Abschlussbericht.pdf

Am 14. Oktober werden nun die im Forschungsbericht zusammengefassten Ergebnisse vorgestellt und auch diskutiert. Dies ist in eine digitale Veranstaltung von 11 bis 13 Uhr eingebettet. Unter
https://www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de/DE/Aufarbeitung/Veranstaltungen/Anerkennung-durch-wissenschaftliche-Aufarbeitung-2021/anerkennung-durch-wissenschaftliche-aufarbeitung-2021.html 
sind das Programm zur Veranstaltung, eine erste Ergebniszusammenfassung sowie Hinweise zur Livestream-Übertragung zusammengestellt.

Als Hilfestellung hier diese Mitteilung auch in Leichter Sprache: programm-veranstaltung-2021-leichte-sprache.pdf

Wer den Livestream nicht nutzen kann, für den haben wir hier verschiedene Fassungen der Forschungsergebnisse:

Forschungsergebnisse als Broschüre in Leichter Sprache: forschungsbericht-wissenschaftliche-aufarbeitung-broschuere-ls.pdf

Kurzfassung: forschungsbericht-wissenschaftliche-aufarbeitung-kurzfassung.pdf

Broschüre zum Forschungsbericht: forschungsbericht-wissenschaftliche-aufarbeitung-broschuere.pdf

Kompletter Bericht (schwere Sprache): forschungsbericht-wissenschaftliche-aufarbeitung.pdf